[Freitag, 10.04.2015 – Der Brief erfreut sich allgemeiner Beliebtheit, was uns wirklich sehr freut, allerdings ist das Machwerk jetzt auch schon ein wenig älter. Wir haben daher die Chance genutzt, ihn auf den neusten Stand zu bringen und ihm das 2015er Siegel zu verpassen. Alle hier gemachten Angaben entsprechen dem heutigen Stand der Wissenschaft, ebenso fliessen weitere 2 Jahre Erfahrung gegenüber der letzten Version von 2013 mit ein.]

 

Liebes Frauchen,
liebes Herrchen,

Es hat sich viel getan in den letzten Jahren, obwohl manch ein Futtermittelhersteller immer noch auf der Stelle tritt und auf eine ähnliche Rezeptur vertraut wie zu Beginn der Produktion, auch wenn sie 1962, 1980 oder 2000 startete. Gleichzeitig haben sich aber die Erkenntnisse über Katzen und ihren speziellen Stoffwechsel stark verändert.

Mittlerweile steht fest:

Eine Katze ist ein Karnivore. Wenn man „Karnivore“ im Duden nachschlägt steht da: „fleischfressendes Tier, vor allem Raubtier“. Spätestens an dieser Stelle sollte dem Leser bewusst sein, daß „Schmusekatze“ oder „Samtpfötchen“ eher die kurzen Phasen dazwischen bezeichnet, in Wahrheit habt Ihr Euch aber hauptsächlich einen waschechten „Haustiger“ angelacht.

Wir alle kennen die sympathischen Bezeichnungen für uns, die im Namensteil einen unserer großen Brüder enthalten. „Sofalöwe“ „Gartenpanther“ oder „Küchenpuma“. Der kleine Haustiger, der jetzt neben Euch sitzt und vermutlich mit den lustigen Bändchen an Eurem Sofakissen spielt, unterscheidet sich nicht im Geringsten von unseren großen Brüdern. Er ist ein fleischfressendes Raubtier im Miniformat. Nur weil er bei Euch zu Hause in der Wohnung lebt ändern sich seine Bedürfnisse nicht.

Jetzt denkt Ihr vermutlich: “Hm, aber ich brauche doch nur eine Dose mit dieser schönen lila Banderole und dem niedlichen Kätzchen drauf  oder eine lila Packung Trockenfutter aufmachen, ist doch alles drin und sogar von Tierärzten entwickelt“ dann ist dies genau der Grund, warum dieser offene Brief geschrieben wurde.

Die Geschichte des Katzenfutters:

Vor langer, langer Zeit einmal beschlossen Katzen und Menschen den Weg gemeinsam zu gehen, da beide von der Gemeinschaft profitieren. Die Katze fängt die Mäuse und der Mensch ist die Mäuse los. Außerdem kann er gut den Rücken krabbeln und das Köpfchen streicheln und der Mensch hat ein gutes Gefühl, wenn er uns schnurren hört.

Bis in die 60er Jahre lebten Katzen in dieser Symbiose und erreichten oftmals ein ähnliches Alter wie heute, starben dagegen aber in der Regel nicht an „Nierenversagen“ „Herzproblemen“, „Krebs“ oder anderen organischen Schäden, hatten bis zum Tode vermutlich noch alle Zähne, Zahnsteinentfernung oder Zahnpasta mit Thunfisch-Geschmack gab es damals nicht. Unsere Vorfahren starben sehr wahrscheinlich eines natürlichen Todes, wenn man Unfälle oder Beuteopfer als natürlich bezeichnet.

Seit den 60er Jahren gibt es das erste Katzenfutter in Dosen und damit nahm das Unglück seinen Lauf.

Die Nahrungs-Bedürfnisse der Katze

Durch die evolutionäre Lernphase, nach zig Hunderten Jahren als „Mäusefänger der Menschen“, hat sich die Maus als das optimale Nahrungsmittel eingeschlichen. Dazu kommen andere kleine Nagetiere, Reptilien, Insekten, deutlich weniger Vögel als man vermutet, und zuletzt können auch Fische ihren Weg in den Magen finden, allerdings zu einem unbedeutenden Prozentsatz. Die optimale „Beute“ der Katze liegt also bei vorwiegend tierischem Eiweiß, Fett und Knochen in natürlich-feuchtem Zustand und nur 5% aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten und/oder Gemüse, sowie den Mineralien und Vitaminen, die in den Organen des Beutetieres enthalten sind oder als ‘Ballaststoff’ das Fell der Maus, welches als Faserprotein die Verdau

ung unterstützt.

Wie so eine Maus organtechnisch aufgebaZusammensetzung Mausut ist seht ihr mal hier:

Eine Katze hat zudem eine aggressivere Magensäure als der Mensch, weswegen sie mit Bakterien für gewöhnlich kein Problem hat. Man muss sich also keine Sorgen darum machen, daß die gesunde Katze Salmonellen bekommt, wenn man uns als Highlight rohes Geflügelfleisch anbietet. Viren können jedoch weiterhin ein Problem darstellen.

Außerdem haben wir einen sehr kurzen Darm, weswegen Nahrungsmittel, die erst in komplizierten Verdauungsvorgängen aufgespalten werden müssen, gar nicht von uns aufgenommen werden können und im Gegenteil je nach Menge nur den Stoffwechsel durcheinander bringen und/oder die Organe wie z.B. die Leber stark belasten.

Wir Katzen können Organschäden lange Zeit kompensieren, weswegen es Monate oder Jahre dauern kann bis wir gesundheitlich auffällig werden. Nicht selten hört man die Aussage eines Tierarztes nach einer Diagnose “Wenn das ein Mensch wäre, würde der schon lange auf der Intensivstation liegen”. Irgendwie haben es die Tierärzte in Deutschland jedoch noch nicht geschafft zwischen der Ernährung und den Krankheiten einen Zusammenhang zu sehen, weswegen man im seltensten Fall dem Futter die Schuld gibt.

Das normal verfügbare Katzenfutter im Vergleich

Egal, ob Ihr in einen Supermarkt geht oder ein Zoofachgeschäft. Ihr bekommt handelsübliches Katzenfutter in lilafarbenen, grünen oder blauen Dosen, großen Dosen, kleinen Döschen, in Schalen, Tüten, Pappschachteln, Tetrapacks und Säcken.

Ihr habt jetzt die Qual der Wahl. Nehmt davon Abstand, die Katze zu „vermenschlichen“ und nach dem „Gänsetopf mit Preiselbeergelee und Thymiansoße“ in den kleinen Döschen zu greifen. Euch muss bewusst sein, daß Ihr das Futter kauft und nicht wir. Ihr könnt sicher sein, wir würden die lila oder grünen Dosen nicht eines Blickes würdigen. Katzenfutter wird also für Menschen gemacht, nicht für Katzen. Und es wird sehr, sehr viel Geld in die Werbung gesteckt, damit IHR das Futter auch kauft. Ihr habt sicherlich schon mitbekommen, daß eine Milchschnitte „mit der Extraportion Milch“ hauptsächlich Fett und Zucker enthält – Eine Werbelüge also. Genauso ist das mit dem Katzenfutter.

Die große Frage ist also: Was ist drin in all diesen Dosen und Packungen?

Zu allererst: Trockenfutter als alleiniges Futtermittel ist völlig ungeeignet und auf Dauer sogar extrem schädlich. Es enthält keine Feuchtigkeit, während die Katze gelernt hat die Feuchtigkeit fast ausschließlich über die Nahrung aufzunehmen. Das hat sich in den letzten 50 Jahren auch noch nicht in das evolutionäre Gedächtnis der Katze eingeschlichen. Trockenfutter aus reinem Fleisch gibt es nicht, das ist technisch gar nicht möglich, da es zerbröseln würde und was viel schlimmer ist: Es übersäuert auf Dauer den Harn weil die Nieren unter ständiger Austrocknung leiden. Euer kleiner Schatz kann das mit Trinken gar nicht wettmachen und wird nach Wochen oder Monaten erst an Struvitsteinen leiden und wenn dann nicht massiv die Ernährung umgestellt wird später auch an Nierenleiden welches bei unveränderter Fütterung zwangsläufig zum Tode führt.

Warum ist das so?

Als Wüstentier hat die Katze die Fähigkeit geerbt, den Harn kurzeitig stark konzentrieren zu können, wenn nicht genug Wasser über die Nahrung aufgenommen werden kann. Wenn der Harn aber über lange Zeit stark konzentriert ist, dann bilden sich größere Kristalle, auch Steine genannt, die nicht mehr ausgeschieden werden können. Trockenfutter ist vielleicht praktisch für den Menschen, aber für die Katze völlig ungeeignet. Mittlerweile haben aber viele der Hersteller eingesehen, daß Trockenfutter alleine nicht geeignet ist und geben entsprechende Empfehlungen heraus.

Also Nassfutter?

Ja, wenn es sich nicht um die „Milchschnitte“ des Katzenfutters handelt.

Wir schlüsseln einfach mal die Inhaltsstoffe einer zugegeben sehr hübschen lila Dose auf:

Zusammensetzung:
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse* (u.a. mind. 4% Rind), Getreide*, pflanzliche Proteinextrakte*, Mineralstoffe.
*aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft.

Zusatzstoffe:
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe:
Vitamin E (10 mg/kg), Vitamin B1 (15 mg/kg), Kalziumjodat wasserfrei (0,3 mg/kg), Eisensulfat-Monohydrat (33 mg/kg), Mangansulfat-Monohydrat (6,3 mg/kg), Zinksulfat-Monohydrat (44 mg/kg).

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse* (u.a. mind. 4% Rind):
= wenn nicht näher bezeichnet, alles von Tierkörpern oder Teilen von Tierkörpern warmblütiger Landtiere (z.B. Häute, Hufe, Blut, Federn, Mägen, Därme, Lunge, Grieben, Sehnen, Knochen und Tiermehl). Nebenerzeugnisse sind alle Produkte, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind.  – 4% Rind bedeutet nur, daß nur von 4 Prozent dieser Nebenerzeugnisse bekannt ist, daß sie vom Rind stammen.

Jetzt wird es etwas eklig, ich entschuldige mich dafür, finde aber, daß Ihr das wissen müsst: Es gibt sogar eine eigene EU Verordnung (Nr. 1069/2009) für die Tierkörperbeseitigung und die weitere Verwertung. Für Haustierfuttermittel dürfen danach nur Abfälle der Kategorie 3 verwendet werden. Seuchenkranke Tierkadaver werden z.B. in Kategorie 1 aufgeführt, beim Tierarzt eingeschläferte Tiere z.B. in Kategorie 2. Kategorie 1 und 2 dürfen nicht weiter verwendet werden. In Kategorie 3 fällt also jeglicher Abfall, der beim Schlachten anfällt. Ihr werdet nach kurzer Überlegung zustimmen, daß man beim Schlachten schon alles für den Menschen taugliche entfernt hat und zu den weiterverarbeitenden Firmen nur noch der Rest gelangt. Also Häute, Hufe, Blut, Federn, Mägen, Därme, Lunge, Grieben, Sehnen, Knochen.

Bei Kategorie 3 heisst es:
Dieses Material ist unverzüglich abzuholen, abzutransportieren, zu kennzeichnen und:

  • durch Verbrennen in einer zugelassenen Verbrennungsanlage direkt als Abfall zu beseitigen;
  • als Rohstoff in einem zugelassenen Heimtierfutterbetrieb zu verwenden;

Das ist in der schönen lila Dose tatsächlich drin. Immerhin in Bioqualität.

Getreide*
Getreide kann von der Katze gar nicht aufgespalten werden und hat in Katzenfutter einfach nichts  zu suchen. Es macht dick, es löst Allergien aus, es schadet dem Stoffwechsel, es ist einfach nur billiger Füllstoff, immerhin in Bio-Qualität…

pflanzliche Proteinextrakte*
Hierbei handelt es sich um Rückstände aus der Herstellung pflanzlicher Öle, meist Sojaprodukte.

Dann gibt es noch Mineralstoffe, ist erst mal nichts gegen einzuwenden. Wenn das Futter aber von guter Qualität wäre, dann wäre das gar nicht notwendig. Da es sich um völlig denaturierte Tiermehle handelt braucht man also Zusatzstoffe:

Vitamin E (10 mg/kg), Vitamin B1 (15 mg/kg), Kalziumjodat wasserfrei (0,3 mg/kg), Eisensulfat-Monohydrat (33 mg/kg), Mangansulfat-Monohydrat (6,3 mg/kg), Zinksulfat-Monohydrat (44 mg/kg).

Nun gut, generell lässt sich wie gesagt dagegen erstmal nichts sagen, außer dass synthetische Vitamine und Mineralien in Katzenfutter eigentlich nichts zu suchen haben und diese auch von Experten als fragwürdig in ihrer Wirksamkeit gesehen werden. In der Nahrung sollten solche wichtigen Zusätze in NATÜRLICHER Form vorhanden sein. Übrigens ist das Katzenfutter besser, je weniger Zusatzstoffe hinzugefügt werden müssen.

Fassen wir zusammen. Eine 400g Dose enthält Abfälle tierischen Ursprungs, die völlig denaturiert zu einem Pulver gemahlen werden, dann zusammen mit Getreide und weiteren Abfällen aus der Ölproduktion und chemischen Vitaminen und Mineralien zu einer halbwegs attraktiven Pampe zusammengerührt werden und mit Konservierungsstoffen haltbar gemacht werden. Es gibt übrigens noch eine Reihe von Stoffen, die in Heimtierfutter gar nicht deklariert werden müssen oder dürfen (!) wie Aromen und Konservierungsstoffe oder Glutamat welche alle von Experten als stark bedenklich eingestuft werden. Einige sollen sogar nachweislich Auslöser für Krebs sein.

Trockenfutter ist auch von den Inhaltsstoffen her noch eine Klasse schlechter. Selbst der große Marktführer kommt nach genauer Aufschlüsselung nicht gut weg.

Was füttere ich dann?

Nun, nach dem bisherigen Lesen dürfte klar sein: Das Futter muss nass sein, nicht trocken.

Ihr habt jetzt verschiedene Möglichkeiten.

a)     Ihr kauft gutes Alleinfutter möglichst von unterschiedlichen Marken um eine völlige Abhängigkeit Eurer Katze zu vermeiden

b)     Ihr kauft ein gutes Ergänzungsfutter mit 100% Bestandteilen wie z.B. reiner Hühnerbrust, die aber keine Vitamine/Mineralstoffe/Aminosäuren enthalten und die deshalb durch ein Vitaminpräparat oder besser natürliche Zusätze ergänzt werden müssten

c)     Ihr kocht selbst. Das ist auch deutlich preiswerter, Ihr müsstet dann die ganzen Zusatzstoffe dazugeben wie bei d)

d)     Ihr spart Euch das Kochen und füttert gleich roh – natürlich mit den benötigten Zusätzen

e)     Ihr mischt Varianten von a) bis d) miteinander

Was das Beste für Eure Katze ist entscheidet Ihr ganz allein. Eure Katze wird Euch dabei aber sicher gerne unterstützen.

Die Futtermethoden im Detail

a) Alleinfutter in Dosen

Dieses werdet Ihr wohl in geeigneter Zusammensetzung nicht im Supermarkt bekommen. In Zoofachmärkten sieht es auch oft dürftig aus, es sind jedoch sinnvolle Alleinfutter zu bekommen, die sich natürlich auffälliger im Geldbeutel bemerkbar machen, als Supermarktfutter. Ihr müsst jedoch wissen, daß durch die Höherwertigkeit des Futters auch eine geringere Menge verfüttert werden muss.

So findet sich z.B. beim größten Zoofachmarkt das Futter „Real Nature“ was man bedingungslos empfehlen kann. Es enthält reines Muskelfleisch. Ebenso findet Ihr dort Sorten wie „Granata Pet“ oder „Catz Finefood“ die den Bedürfnissen Eurer Katze gerecht werden. Habt Ihr schon mal Werbung zu einer dieser Marken gesehen? Hier könnt Ihr sicher sein, daß mehr Geld in die Entwicklung des Produktes gehen und nicht ein Großteil in die Werbung, die ihr durch den Kauf eines Produktes mitfinanziert.

Ebenso findet Ihr im Internet eine Reihe an sehr guten Futtersorten zum Bestellen. Ob es die 3 Frauen sind, die sich zusammengeschlossen haben weil es einfach kein gutes Futter gab, das ihrem Anspruch gerecht wird und die Marke „Om Nom Nom“ gegründet haben, oder das „Auenland Konzept“. Ob es „Herrmann’s“ ist in BioQualität, ob es „Mac’s“ ist, „SavannaPet“ , „Porta21“ oder „BioPur“, es spielt keine Rolle. Das sind alles sehr gute Futter, bei denen Ihr weder das Wort „…mehl“ noch „Getreide“ auf der Dose finden werdet. Und seien wir mal ehrlich: Habt Ihr schon mal von einer dieser Sorten gehört?

Füttern könnt Ihr alle o.g. Dosenfutter, auch ausschließlich. Einziger Nachteil ist, daß die benötigten Vitamine und Mineralstoffe vorwiegend in künstlicher Form hinzugefügt wurden. Und über einen rohen Hühnerflügel deren Knochen sie knacken kann würde sich Eure Katze von Zeit zu Zeit natürlich trotzdem freuen.

b) Nassfutter reines Fleisch, ohne Vitamine/Mineralien

Da eine Maus – die Idealnahrung der Katze – auch ein Herz, eine Leber, ein Gehirn und Knochen sowie ein Fell hat (s.o.), benötigt Eure Katze noch ein paar Zusatzstoffe um alle Bedürfnisse decken zu können. Im Normalfall sind dies Taurin, Vitamine, Calcium und Fett. Wenn Ihr ausschließlich diese Sorte verfüttern möchtet müsst Ihr entweder Einzelzusätze hinzugeben, die es auch in natürlicher Form gibt, oder ein gutes Vitaminpräparat, was unbedingt nach Angaben verwendet werden sollte und ein tierisches Öl wie z.B. Lachsöl. Bei Vitamin A z.B. kann es auch eine Überdosierung geben, die unerwünschte Folgen hat und nicht korrigiert werden kann. Eine Unterversorgung wäre aber ebenso fatal. Taurin ist unerlässlich für Herz und Augen.

Gute Sorten sind zum Beispiel „Almo Nature“, „Miamor feine Filets“, „Schesir“, “Applaws” oder „Cosma Nature“. Fisch sollte möglichst nur 2x die Woche gegeben werden. Besonders kritisch wird Thunfisch angesehen, da dieser stark belastet sein kann. Blei, Cadmium und Quecksilber sind Schwermetalle, die der Thunfisch geradezu aufsaugt und im Körper anreichert.  Möglichst nur 1x die Woche Thunfisch geben, wenn überhaupt. Bei Vitaminpräparaten darauf achten, daß sie Taurin enthalten. Meist sind diese Produkte für Hunde und Katzen gleichermaßen, am besten ein Produkt wählen, was nur für Katzen ist.

c) selber kochen

Hier gilt dasselbe wie in b)

Ihr kocht Fleisch, dem noch bestimmte Dinge hinzugesetzt werden müssen. Ihr könnt z.B. auch Hühnerherz und/oder Hühnerleber füttern, dann müsst Ihr wiederum den Taurin- und Vitamin-A Gehalt mit in die Gesamtnährstoffzufuhr mit einbeziehen. Wirklichen Sinn macht kochen nicht, denn wenn Ihr die Grundstoffe bereits roh vorliegen habt könntet Ihr diese auch gleich roh verfüttern. Wenn man große Bedenken gegenüber der Rohfütterung hat ist man mit Kochen natürlich genausogut beraten. Eine abwechslungsreiche Menüfolge und ein solides Grundwissen sind immer noch deutlich besser als Dosenkost. Was auf keinen Fall gekocht werden sollte sind Knochen um z.B. den Calciumbedarf abzudecken, da diese in gekochter Form splittern. Roh sind Knochen sehr elastisch und können von der Katze problemlos geknackt werden, was viele Katzen auch sehr gerne machen. Es versteht sich von selbst, daß weder Gewürze noch die große Prise Salz etwas in Selbstgekochtem verloren haben.

d) roh füttern (auch „BARF“)

Ihr solltet Euch von dem menschlichen „iieeh“ verabschieden und die Nahrung aus Sicht der Katze betrachten. Die Fütterungsmethoden in a und b sind sicherlich für Euch am praktischsten. Dose auf und fertig. Aber hilft das der Katze, die aus zig Jahrhunderten einen sehr speziellen Bedarf entwickelt hat? Wenn Dosenfütterung so praktisch wäre dann würde es bestimmt schon die 5kg Dose für Zoos geben und die stünden bei den Dosenherstellern auf der Sammelbestellerliste ganz oben. Auch Raubtiere in Zoos werden roh gefüttert, nicht mit Dosen. Und das nicht ohne Grund. Auf lange Sicht ist dies die einzig sinnvolle Art und Weise eine Katze zu ernähren, Stichwort “artgerecht”. Ebenso kann die Rohfütterung soweit vereinfacht werden, daß man letztendlich auch nur eine Dose aufmachen muss – die, die man vorher eingefroren hat.

Im Prinzip sieht die Rohfütterung wie folgt aus:

Ihr kauft 90g Hühnerfleisch, lasst das Fett dran. Kauft 50g Hühnerhals mit Knochen, 5g Hühnerherz und 5g Leber. Dieses packt Ihr auf einen Teller, bröselt ein geeignetes Zusatzpräparat darüber, etwas Wasser hinzu, etwas Gemüse und etwas Lachsöl, ab und zu ein Eigelb und fertig ist das perfekte Katzenfutter.

Jetzt wird es noch einfacher:

Ihr könnt das Fleisch in größeren Mengen kaufen im mehreren kg Bereich, Euch einmal hinstellen und alles für einen Monat fertig portionieren und in Schüsselchen einfrieren. Dann müsst Ihr das nur vorher auftauen lassen, Wasser und Nährstoffpräparat habt Ihr vorher schon dazugetan, noch etwas Gemüse und Öl drüber, fertig.

Oder noch einfacher:

Ihr geht in einen guten Shop, der sich auf die Rohfütterung spezialisiert hat und gebt dort Eure Bestellung auf und lasst dort alles fertigmachen. Eure Zusatzstoff-Mischung könnt Ihr dort auch abgeben und das Wunsch-Rezept. Dann bekommt Ihr das fertig portioniert und habt keine Arbeit damit. Nur noch auftauen lassen, fertig. Im Gegensatz zum Erhitzen bleiben die Nährstoffe beim Einfrieren erhalten und dazu werden z.B. unerwünschte Dinge wie viele Wurmfinnen abgetötet, die im Fleisch enthalten sein könnten. In vielen Städten gibt es kleinere Läden die sich auf Naturfütterung spezialisiert haben, wo man erstklassige Qualität bekommen kann und Euch weitergeholfen wird. Übrigens gibt es dort oft auch ganze Mäuse oder in gewolfter Form.

Und wisst Ihr was das Beste ist? Diese Variante ist sogar die preiswerteste.

e) Methoden mischen

Man kann z.B. auch problemlos rohe Bestandteile in Premium Dosenfutter einarbeiten.

Es versteht sich von selbst, daß Abwechslung das Geheimnis von ausgewogener Ernährung ist. Sowohl bei den Marken, den Fleischsorten, als auch bei den Zusätzen.

Die Futterumstellung

Eine Katze lernt als Kätzchen in der Prägephase von der Mutter welches Futter geeignet ist. Daher muss der Katze der „neue“ Geschmack durch langsames Einschleichen beigebracht werden. Einschleichen ist auch sinnvoll, damit sich je nach Vorgeschichte der Katzenkörper auf das neue Futter einstellen kann.

Wenn Ihr von z.B. von minderwertigen Dosen auf hochwertiges umstellen möchtet solltet Ihr das mit der 25% Klausel tun. So fängt man beim Barfen üblicherweise an mit 25% rohem Futter in 75% Futter was die Katze kennt. Und dann wöchentlich immer 25% mehr einschleichen, bis 100% Rohfutter erreicht sind. In 4 Wochen sollte Miezi das Futter problemlos akzeptieren. Oder ein paar Leckerchen darüberstreuen, das hilft meist.

Übrigens gilt das oben genannte genauso für die vielfältig erhältlichen Leckerchen. Es sollten nur fleischhaltige Leckerchen gegeben werden, am besten noch Snacks, die 100% Fleisch enthalten wie z.B. gefriergetrocknete Snacks oder z.B. luftgetrocknete Fleischstreifen. Hier kann man vieles aus dem Hundesortiment übernehmen. Getrocknete Snacks sollten keine zusätzlichen Stoffe wie z.B. Glycerin oder Aromen enthalten. Eine Anleitung zum Dörren von selbstgemachten Fleischsnacks findet ihr links bei den “ultrawichtigen Seiten”.

Interessant ist übrigens wie schnell der Gesamtzustand der Katze sich verbessert, wenn auf eine katzengerechte Ernährung umgestellt wurde. Das Fell glänzt meist sogar nach 3 Tagen wieder schön.

Vergesst also was Euch andere über die richtige Ernährung erzählen wollen und fangt an selbst zu recherchieren. Tierärzte z.B. bekommen während Ihrer Ausbildung über die Ernährung der Tiere nur eine Grundausbildung, die zumeist von Futtermittelherstellern abgehalten wird. Später sehen sie dann logischerweise mehr kranke Tiere durch Falschfütterung als gesunde, da man mit gesunden Katzen nicht so häufig zum Tierarzt geht. Zusammen mit “Vertrau auf Deine Ausbildung” sind viele Tierärzte daher sehr skeptisch, wenn es um die Rohfütterung geht.

Aber die Ernährung eurer Katzen liegt ja auch nicht in den Händen der Tierärzte oder Futtermittelherstellern, sondern in euren Händen. Ihr müsst entscheiden was in unseren Napf kommt. Und das ist die wichtigste Entscheidung, die ihr in unserem Leben jemals treffen müsst.

Für alle Katzenkumpels in dieser Welt:
Haltet durch!

Euer (Professor) Jasper

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PS: Verlinken ist ok, kopieren nicht!

Quellenangaben:

Hunde würden länger leben, wenn …: Schwarzbuch Tierarzt von Ziegler, Dr. med. vet. Jutta
Feline Nutrition: Nutrition for the Optimum Health and Longevity of your Cat (engl.) von Curtis, Lynn
Your Cat: Simple New Secrets to a Longer, Stronger Life (engl.) von Hodgkins, Elizabeth M., D.V.M.
Katzen würden Mäuse kaufen von Grimm, Hans-Ulrich

Weiterführende Infos zum Thema Rohfütterung:

Haustiger mit Einsteiger-Skript, B.A.R.F. Tutorial und weiteren wichtigen Infos
Tatzenladen Infoseiten
Die blaue Samtpfote

Weiterbildung, Kurse, etc.:

Katzvard – Akademie für Katzenthemen

Bezugsquellen:

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