Posted on Jun 22, 2013 | 5 Kommentare

Frauchen und ich haben heute was ganz Revolutionäres ausprobiert. Wir hatten ja noch die Marinadespritze hier rumliegen. Frauchen hatte die tolle Idee schon vor Monaten und daher dieses ziemlich gefährlich aussehende Ding gekauft. Als die geliefert wurde hat sie die aus dem Karton genommen, in den Topfschrank in eine Pfanne gelegt und VERGESSEN!

Jetzt hatte die sich auch mal so ein bisschen mit der Rohfütterung in Zoos beschäftigt, fand das zum Beispiel spannend, daß Großkatzen einen Fastentag haben, und da wurde u.a. gesagt, daß die für die Supplemente eine Tasche ins Fleisch schneiden. Da fiel es Frauchen wie Schuppen von den Augen. Und prompt konnte sie die Marinadespritze wieder sehen als die ganzen Schuppen weg waren.

Das Schlimmste bei der Rohfütterung ist nämlich wenn man vergisst die Suppis schon mit dem Fleisch einzuschleichen und wir Katzen dann unsere kleinen Protestschilder hochhalten, sobald auch nur ein Suppitropfen das schöne Fleisch verunreinigt. “Keine Suppis ans Fleisch” oder “Suppis ihr könnt nach Hause geh’n” oder “Suppis weg” stand da drauf und wir haben hier wahre Sprechchöre gemaunzt. “Wir wissen wo Dein Auto steht” war nur einer davon.

Zurück zur Marinadespritze… Der Trick mit der Marinadespritze soll jetzt nämlich sein, die Suppis nicht AN das Fleisch zu geben sondern IN das Fleisch. Also so daß es “außen hui – innen pfui” ist und wir uns im besten Fall davon blenden lassen.

Tolle Idee soweit!

Heute hat sie das dann mal ausprobiert:

Für den Versuch hat sie ausnahmsweise mal das in Lebensmittelfarbe eingelegte Putenbrustfleisch vom Discounter geholt, weil das schon perfekt geschnitten war. Nur noch einmal durch und es hat genau die Dicke und Länge die wir lieben. Sonst hatten wir nur dünne Stücke und Gewolftes hier.

Suppis ist die Abkürzung von “Supplementmischungen”, die man bei der Rohfütterung an das Fleisch gibt, damit die Katze auch die wichtigen Nährstoffe wie Calcium oder Taurin ausreichend bekommt. Da steckt natürlich auch noch ganz viel mehr drin – je nach Mischung und wir müssen gestehen wir haben sie alle. Jede gängige Mischung die auf dem Markt erhältlich ist.

Die Akzeptanz ist bei allen so la la und daher die Idee diese Mischung in das Fleisch zu bringen. Als Suppi für den heutigen Test hat sie das Barfer’s Best von Canina genommen. Das ist nicht das Ausgewogenste, aber da wir gestern und heute schon einiges an frischer Pferdeleber (=Vitamin A) bekommen haben war das nicht verkehrt.

So sah der Arbeitsplatz aus:

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Nanu? Was macht denn der überaus attraktive Junggesellenkater dort?

Oh, Frauchen hat mich weggeschubst.

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Nächster Versuch. Auch nicht?

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Da ist jetzt die Suppisoße in der Marinadespritze zu sehen. Hätte man noch etwas Luft rauslassen können… Frauchen hatte auch das Barfer’s Best genommen, weil sie wissen wollte ob die Seealgenmehlstückchen die Kanüle verstopfen.

Hier mal der erste Anstich:

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Und hier mal das Endergebnis mit ein paar Tropfen die wieder rausgekommen sind:

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Fazit: Die Umsetzung klappte genauso gut wie gedacht. Allerdings haben wir zuerst zu tief eingestochen (bis kurz vor Ende) und mit der ersten “Injektion” ist durch überschüssige Luft auch ein Stück Fleisch “rausgeschossen” worden, da Putenbrust recht grobfaserig ist. Bei Rindsgulasch dürfte das um einiges besser funktionieren. Ausserdem ist die Spritze recht schwer zu bedienen was das Runterdrücken des Stöpels angeht. Hier sollte man den Tipp in der Anleitung beherzigen die Silikonringe an dem Drücker mit etwas Pflanzenöl einzureiben.

Wenn man ein paar Dinge beachtet wie die Ausführung von etlichen kleinen Stichen und immer nur ein klein wenig Suppisoße rausdrücken, dann funktioniert das super. Das könnte DIE Lösung für alle leidgeplagten Supplementeunterschieber sein, wenn man der Idee etwas Raum zum Üben lässt. Vielleicht könnt ihr mal von Euren Erfahrungen berichten?

In dem Fleischstück war jetzt die Portion von einer Tagesration an Suppisuppe. Das war natürlich viiiel zu wenig Fleisch von der Menge her. Also dürfte das Verabreichen der Suppiinjektionen sogar noch einfacher sein. Deswegen hat Frauchen das auch kurz abgewaschen, damit von außen keine Suppisoße mehr dran ist und ihr stellt Euch jetzt natürlich die wichtigste Frage: Wurde es denn gegessen?

Yep, wurde es. Wie als wenn ohne Suppis. Und wie elegant man das machen kann zeige ich Euch hier mal in einer kleinen Fotoserie:

Update:

Mittlerweile verwenden wir eine normale Spritze und eine dicke Kanüle (1,4) und das geht etwas einfacher vom Handling und da man sowohl die Spritze als auch die Kanüle wieder problemlos spülen kann und dadurch mehrfach verwenden halten sich die Kosten wirklich im Rahmen.