Posted on Okt 9, 2012 | 9 Kommentare

Da wurde Frauchen letztens vom Tierheim angesprochen, ob Sie einem anderen Frauchen, das sich für eine Katze mit Futtermittelallergie aus dem Tierheim entschieden hat, mal unterstützend helfen könne, was die Ernährung angeht.

Frauchen ist mit klugscheissen ja immer vorsichtig, ich aber nicht! Habe mir den Fall gleich an Land gezogen und mich mit Frauchen beratschlagt. Professor Jasper hilft!

So sah das arme Schätzchen Sölve ganz am Anfang aus:

Die Wunden sind durch Juckreiz und anschliessendes Kratzen entstanden. Leider musste erstmal der Kragen wieder dran. Auch psychisch hat Sölve die Allergie stark belastet und sie saß meist unter der Couch.

Nachdem die wichtigsten Informationen eingeholt wurden war klar: Sölve bekam größtenteils Trockenfutter. Wurde mit Cortison behandelt und ein 100 Euro teurer Allergietest wurde gemacht wonach Sölve auf Kartoffeln, Weizen, Reis & Kuhmilch allergisch sein soll.

Wir haben dann sehr viel (sehr, sehr viel) recherchiert, ob das Wissen, was wir uns angeeignet hatten und ständig durch neue Bücher und Recherchen erweitern auch tatsächlich stimmt und ob man auch als Quacksalber ohne Schein und Zertifikat überhaupt den Mund dazu aufmachen darf.

Die Resonanz auf meinen offenen Brief war bisher ausschliesslich positiv und teilweise sogar sehr begeistert, weswegen ich denke wenn man schon angefangen hat kann man den Weg auch weitergehen. Und die zertifizierte Ernährungsexpertin für Hund und Katze in der Nachbarstadt preist in ihrem Laden auch Trockenfutter für Katzen an. Also besser können wir allemal. Und die Ursache lag ja auf der Hand.

Wir haben Sölves Frauchen also viele Informationen und Erklärungen und Quellenangaben an die Hand gegeben um Sölves Ernährung umzustellen und mitzudenken um geeignete Produkte auf dem Markt selbst zu erkennen. Wir sind deswegen auf die folgenden Themen eingegangen:

1. Allergie-Bluttest bei Katzen
2. Ernährung -> Ernährungsumstellung
3. Wunden -> kolloidales Silber (ja ja, kommen wir gleich zu 😉 )

1.) Allergie Bluttests bei Katzen scheinen herausgeschmissenes Geld zu sein. Vermutlich wurde hier im Hinblick auf die Humanmedizin eine neue Geldquelle für Labore auf den Markt geworfen. Wir teilen die Ansicht:  “Futtermittelallergien werden oft nicht durch eine Antikörperbildung vermittelt, ein Bluttest ist daher wenig sinnvoll.” Als Resultat des sehr guten Artikels über Allergierisiken bei Haustieren, der bei “WDR-Tiere suchen ein Zuhause” publiziert wurde. Witzig auch das Ergebnis des Allergietests bei Sölve, nämlich daß keines der gefundenen angeblichen Allergieauslöser (Kartoffeln, Weizen, Reis & Kuhmilch) Bestandteile einer katzengerechten Ernährung sind, wenn nicht gerade die Maus oder der Vogel noch ein paar Reste im Magen hatte. Das Raubtier würde sich jetzt mit dem Testresultat in der Pfote entspannt zurücklehnen und sagen: “Ja und? Steht bei mir sowieso nicht auf dem Speiseplan. Ich will Fleisch!”

2.) Wie schon im obigen Artikel vom WDR beschrieben und in meinem offenen Brief an alle Herrchen und Frauchen (siehe links) ist Trockenfutter DER Allergieauslöser Nr. 1. Milben, Getreide, billige Rohstoffe, wenig Fleisch. Nicht verwunderlich, daß ein Spezial-Trockenfutter gekauft wurde das die oben genannten angeblichen Allergieauslöser nicht enthält, dieses vom Tierarzt abgesegnet wurde (!), aber nach 4 Wochen wieder eine Verschlimmerung eintrat. Behandelt wurde wie gesagt mit Cortison. Die Empfehlung von uns lautete vorerst: Auf möglichst natürliche, fleischreiche Nasskost umsteigen, Als Zusatz Lachsöl für Omega-3-6 und Vitamin E sowie Vitamin C in Form von Hagebuttenschalenmehl. Einmal pro Woche ein Eigelb, Futterumstellung mit 25%Regel, bald auch rohes Fleisch und Darm vorsichtshalber aufbauen. Das wurde auch gut angenommen. Da die Dosine noch in der Ausbildung ist wurde Bozita empfohlen, was sehr fleischhaltig ist und aufgrund der strengeren schwedischen Bestimmungen (denen scheinen Haustiere wichtig zu sein) für den Anfang eine gute Alternative ist, und vor allem eine preislich attraktive dazu. Die Geschichte geht nachher noch weiter, aber erstmal zum nächsten Punkt.

3.) Sölve hatte Wunden, die mit Cortison behandelt wurden. Cortison hat so seine Tücken. Bei Allergien mit Hautekzemen werden in der Regel  Langzeit-Cortisone gespritzt, die 2-3 Monate wirksam sind. Danach fängt das alte Leid wieder an, wenn nicht das Allergen identifiziert und gemieden wird und/oder der Körper nicht genug angeregt wurde eigenes Cortison zu produzieren. Cortison auf Dauer kann bei z.B. Autoimmunerkrankungen das einzige Mittel der Wahl sein, bei einer Lebensmittelallergie ist das wieder Bekämpfung der Auswirkungen obwohl die Ursache so einfach ist. Durch die Futterumstellung sollten sich die Probleme von alleine lösen, da jedoch die ersten Wochen noch Trockenfutter mitgefüttert werden musste, da das “neue Futter” natürlich nicht sofort akzeptiert wurde, wurde zusätzlich zum Vitamin C im Futter (auch als “Cortisonersatz”) noch kolloidales Silber (Mekosil) für die Wunden empfohlen, welches man in jeder Apotheke(!) bekommt.

Kolloidales Silber wird bei vielen wie auch die Homöopathie als sehr kritisch betrachtet. Wir wollen daher mal eine Lanze dafür brechen. Jeder weiss, daß vielen Schlachttieren Antibiotika gegeben werden, welches über die Nahrungskette wieder von Mensch und Katz aufgenommen wird. Katzen haben generell weniger Probleme mit Bakterien (Speichel und Magensäure töten Bakterien ab), der Mensch schon. Viele kennen das Problem mit MRSA Keimen, “multiresistente Keime” was nichts anderes bedeutet, als daß dieser Bakterienstamm gegen die meisten Antibiotika resistent ist. Unterstützt durch die Lebensmittel, die wir zu uns nehmen und diese Resistenzen fördern. Die Mutter aller Antibiotika ist das Penicillin, 1928 von Alexander Fleming entdeckt und heute noch angewendet. Ja, der Leser fragt sich was der olle Kater so lang über Penicillin schwafelt. Thema verfehlt, hm? Nee, nicht ganz, denn jetzt wird es interessant. Schon vor 3.000 Jahren war “Silber” bzw. “Silberwasser” als Medizin bekannt. Sogar Hippokrates oder im Mittelalter Paracelsus setzten es ein. Lebensmittel wurden in von innen mit Silber ausgeschlagenen Kisten aufbewahrt um Keime abzuwenden. Die letzte befürwortende Abhandlung wurde 1919 in einem medizinischen Journal geschrieben, durch die fulminante Entdeckung des Penicillins und daß man mit Silber bessere Dinge herstellen kann als es einfach auszuscheiden, geriet das Silberwasser in Vergessenheit. Heute wird es neu entdeckt. Leider auch von allen möglichen Sekten, Kleingeistern, Seelenverkäufern, Esoschluppen, Weltheilbringern etc. Aber die sterben ja eh alle am 21.12.2012.

Bei kolloidalem Silber handelt es sich also einfach nur um ein Naturprodukt, was es in der Apotheke gibt, hat keine Nebenwirkungen im herkömmlichen Sinne, man sollte aber nach intensiver Behandlung vorsichtshalber dem Darm wieder Aufbauhilfe geben, Bakterien sind Bakterien. Es kommt als Spray, man kann es auf die Haut sprühen, man kann es innerlich verabreichen, man kann es den Pflanzen geben, es gibt Unmengen von Anwendungsgebieten, Auch Giardien wurden erfolgreich damit behandelt. Und Silber hat ganz einfach eine bakterienabtötende Wirkung. Das Wort “kolloidal” ist auch kein neuer Kampfbegriff der Esoteriker sondern bedeutet schlichtweg daß “Teilchen in einem Dispersionsstoff fein verteilt sind”. Das ist alles. Kein Gott, kein Teufel, keine Sekte.

Die winzigen Silbermoleküle dringen durch ihre geringe Größe in alle einzelligen Parasiten wie Bakterien, Viren und Pilze und deren Sporen ein und ersticken diese, indem sie dort ein für die Sauerstoffgewinnung zuständiges Enzym blockieren. Der Stoffwechsel der Parasiten kommt so zum Erliegen, und sie sterben ab. Gesunde Hautzellen z.B. werden gefördert so daß der Heilungsprozess ohne Entzündungen schneller fortschreiten kann.  (Die ersten 2 Sätze wurden geklaut, die sehr fachlich aufgebaute Seite hatte aber wohl den falschen Affiliatepartner, weil dort Werbung für DEN Russischen Wunderheiler und andere superwichtige Menschen mit geheimen Kräften erscheint, auf die wir deswegen nicht verlinken möchten. Können die auch nix für, muss man aber nicht noch verbreiten.) 

Sölve wurde mit kolloidalem Silber (Mekosil) eingesprüht – völlig ungefährlich, wenn sie es leckt – sehr angenehm für Mensch und Katz in der Verabreichung – und sah nach ca. 1 Woche so aus:

So weit, so gut. Die Umstellung war/ist nicht einfach. Gerade Trockenfutter schmeckt sehr intensiv, Bozita wurde teilweise ignoriert, dann musste wieder ein Schritt zurückgerudert werden.

Daß aber heute wieder Bozita gekauft wurde lässt hoffen, daß die Nachfrage da ist und wer sich oben alles durchgelesen hat kann erahnen wieviel Mühe es uns gekostet hat alles für Sölves Frauchen zusammenzuschreiben, zu recherchieren, zu beruhigen, mitzubangen. Und jetzt kommen wir auf die Überschrift dieses Artikels zurück:
Eine Fressnapf-Mitarbeiterin hat heute doch wahrhaftig mit einem einzigen Satz alles in Frage gestellt! Folgende Mail hat Frauchen bekommen:

******
Hallo liebe Silke,
Ist meine letzte Mail gar nicht angekommen?
War gerade im Fressnapf Bozita kaufen und die Verkäuferin guckt mich an “Sie wissen daß da Schweinefleisch drin ist”?
Ich so “ja kann schon sein”…&die sagt erstmal Bozita sei voll schädlich usw.??? Hä??!was erzählt sie da?
Liebe Grüße,
****** (Nein, die letzte Mail ist nicht angekommen, wir antworten immer.) ******

Wir haben Sölves Frauchen mal wacker gebeten uns den Namen der Verkäuferin des hiesigen Fressnapfes zu nennen und werden da mal hinfahren.

Besonders lustig, weil z.B. in Whiskas und Co. genauso Schweineprodukte drin sind. “4% Rind” sind ja oft bekannt. Was meinen die woher die anderen Stoffe stammen, bzw. der ganze Schlachtabfall von den Schweinen hingeht? Vom Huhn, weil Huhn ja sooo viel billiger ist? Vom Lamm? Vom Kaninchen? Nein! Genauso vom Schwein! Nur muss das nicht deklariert werden. Und ein ordentlicher schwedischer Hersteller deklariert es und dann sowas…

Nochmal kurz zum Thema Schweinefleisch: Sollte man nicht roh füttern, es könnte den Aujeszky-Virus enthalten, der für Katzen tödlich enden kann. Viele Europäische Länder gelten mittlerweile als “Aujeszky-frei”, aber wir verstehen wenn man gar kein Risiko eingehen möchte und füttern es deswegen auch nicht roh. Das Magazin “Pfotenhieb” hat das alles in einem sehr guten Artikel zusammengefasst: Kein rohes Schwein für die Katze: Die Aujeszkysche Krankheit

Wir müssen jetzt erstmal noch ein wenig grummeln und uns wundern und schmollen, Nadeln in Voodoo-Puppen mit Fressnapf-Logo stecken und offenbar mal meinen offenen Brief und den Pfotenhieb Artikel ausdrucken.

Demotivierte Grüße,
Jasper, der jetzt erstmal Frauchen trösten muss.