Posted on Apr 20, 2013 | 5 Kommentare

Vor uns haben ja hier 2 andere Katzen gelebt, die Mona und die Lisa. Die sind beide 15 Jahre alt geworden. Beim rumschnüffeln in Frauchens Mails haben wir doch wahrhaftig diese kleine Geschichte gefunden, über die wir toll gelacht haben. Der Jasper hat nämlich auch schon mal den Geitflieger gemacht.  Offenbar hatte Frauchen zu viel “Sendung mit der Maus” geguckt, aber schaut selbst:

Hallo liebe Kinder,

das sind die Silke, die Mona und die Lisa. Die Silke ist ein Dosi, die Mona und die Lisa sind Katzen. Alle leben in einer Wohnung. Heute seht ihr, wie die Silke viel von ihren Katzen lernt. Das klingt ein bisschen komisch, ist aber so. Da vorne seht ihr die Silke, die sitzt am Küchentisch und isst einen Teller voll leckerer Putenpfanne. Weil die Silke so lieb ist und immer an ihre Katzen denkt, hat sie ein Stück Pute neben den Teller gelegt damit es abkühlen kann und sich die beiden Katzen nicht ihr kleines Mäulchen verbrennen. Da das Stück gar nicht auf einmal durch den engen Schlund einer Katze hineinpassen würde, die beiden aber total gierig sind, wird die Silke das später in kleinere Stückchen zerteilen.

Und jetzt seht ihr die kleine Mona. Die hat das Ganze genau beobachtet und denkt sich: Das passt aber sehr wohl durch meinen Schlund! Also springt die Mona auf den Stuhl, hackt ihre Krallen in das Stück Pute und stopft es sich direkt von der Pfote in den Mund ohne daß es auch nur einmal den Boden berührt hat. Eigentlich ist die Mona eine kleine Katze, die manchmal gar nicht richtig weiss, wofür sie ihre Pfoten und Gelenke hat. Das nennt man motorische Störung. Aber sobald Chips, Kuchen, Pudding, Fisch oder Fleisch im Spiel sind hat sie das ganz schnell vergessen.

Die Mona läuft jetzt mit dem Stück Pute im Mäulchen ein paar Meter und will das aufessen. Das ist gar nicht nett, weil die Lisa auch schon die ganze Zeit auf dem anderen Stuhl saß und ganz brav gewartet hat. Aber weil die Mona nur an sich denkt ist ihr das völlig egal. Solche Katzen nennt man egoistische kleine Biester. Aber dazu später mehr. Weil die Silke das Fleisch ja eigentlich zum Abkühlen auf den Tisch gelegt hat, macht sie sich jetzt grosse Sorgen, daß sich das egoistische kleine Biest ihr kleines Mäulchen daran verbrennt. Also springt die Silke auf und rennt zur Mona hin. Weil die Mona aber eine Katze ist verfügt sie über ein Dosi-Frühwarnsystem. Das klingt etwas komisch, ist aber so.

Deswegen kann die Mona das Stück Pute wieder ganz schnell in den Mund nehmen und wieder ein paar Meter weiter laufen. Weil die Silke aber genau weiss, daß die Mona eigentlich gar nicht so schnell ist bekommt sie die Mona an der Tür zum Schlafzimmer kurz zu fassen. Die Mona hat aber ganz viel Erfahrung und weiss ganz genau, daß sie nur ein ganz lautes und quietschiges “Ma” sagen muss, als wenn sie Schmerzen ohne Ende hätte, damit die Silke sie wieder los lässt. Die Silke hat nämlich Angst, weil die Mona ja so klein ist und auch ganz kleine Knochen hat daß sie ihr nachher was bricht. Das ist ganz schön gemein von der Mona, die schnell unter das Bett gelaufen ist. Katzen, die so gemein sind wie die Mona nennt man auch “fieser Möpp”.

Weil die Silke die Mona jetzt nicht mehr greifen kann, ohne das ganze Bett abzuräumen geht sie wieder in die Küche, wo die Lisa immer noch ganz lieb und brav auf dem Stuhl sitzt. Weil die Lisa so lieb ist bekommt sie von der Silke zur Belohnung erst Mal ein grosses Stück Pute, was sie sorgsam kalt gepustet und schön zerkleinert hat. Und weil die Silke jetzt ganz schön beleidigt ist weil sie gegen die kleine Mona wieder den Kürzeren gezogen hat ruft sie ganz laut “Lecker, lecker”. Weil die Silke weiss, daß die Mona dann immer ganz schnell angerannt kommt. Das nennt man dann eine vierpfötige Katzen-Stampede. Sagt zumindest die Mama von der Silke, die direkt darunter wohnt. Jetzt wissen nämlich wieder alle im Haus, daß die kleine Mona vom Schlafzimmer in die Küche gerannt ist.

Als die Mona um die Ecke gerannt kommt kann sie nur noch sehen, wie die Lisa ihren letzten Happen Putenfleisch aufisst. Daher beschleunigt sie noch einmal kurz (jetzt weiss es auch die ganze Strasse…) und springt aus vollem Lauf auf den Stuhl und auf den Tisch. Weil aber die Silke die Putenstückchen mitten auf den Tisch gelegt hatte und die Silke den Tisch immer schön sauber macht springt die Mona genau in die Fettreste von dem tollen Putenfleisch hinein und rutscht solange über den Tisch bis sie am Ende einfach im Nichts verschwindet. Das nennt man vierpfötiges Gleiten mit dem verzweifelten Einsatz von Krallen.

Weil die Lisa eine liebe Katze ist zuckt sie nur ganz wenig mit der Unterlippe. Und weil die Silke ganz laut lachen muss wittert die Mona Ihre Chance und springt ganz schnell auf den Stuhl. Weil die Mona aber jetzt ganz schön ausser Atem ist legt sie einfach nur die Vorderpfötchen auf den Tisch und schaut nach ob noch etwas zu ergaunern ist. Das nennt man eine miese, kleine Schleimerin.

Weil die Silke aber die Mona und die Lisa ganz doll lieb hat und immer so viel Spaß an den beiden gibt sie ihnen noch ein paar Stückchen Pute. Und weil die Silke heute gelernt hat, daß Katzen auch “von der Pfote in den Mund” leben können, daß sie trotz Pute im Maul laut miauen können und daß manchmal auch die Krallen nichts nutzen, wird sie die beiden viel beobachten und demnächste neue Lach- und Sachgeschichten erzählen. [aus 2005]

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