Hi Folks, das Hanta Virus ist ja aktuell in aller Munde (kleiner Kalauer) und wir haben uns natürlich gefragt, wie das so mit uns Katzen ist. Kleine Nagetiere sind ja unser Spezialgebiet seit Millionen von Jahren als Schädlingsbekämpfer – und da sollten wir uns auch mit allem auskennen, was diese kleinen Racker im Gepäck so mit sich rumtragen.

Tatsächlich sind Hantaviren kein wirkliches Thema im Katze-Mensch Business. In der Literatur laufen sie unter einem halbseitigen Text im Kapitel „Weniger bedeutende virale Infektionen“ in dem Schmöker „Infektionskrankheiten der Katze“ (Schlütersche, Katrin Hartmann und Jutta Hein) und so könnte man das auch auf die ganze Welt beziehen.

Während wir Katzen bei Populationstests auf verschiedene Viren und deren Varianten nachgewiesene Antikörper gegen das Hanta Virus in uns tragen in der Höhe von 2-10% auf die jeweils regional vorkommende Variante, ist nicht abschließend geklärt, ob wir diese auch ausscheiden und so ein geringes aber existierendes Risiko für euch Menschen bestehen könnte. Man nimmt aber an, dass Katzen hier keine Rolle spielen, anders als bei z. B. Orthopoxviren (Kuhpocken, Katzenpocken, etc.). [01]

In jedem Fall besteht aber für euch ein Risko, wenn ihr Mäusepippi oder -kacka aufnehmen würdet. Also keine Mäusenester mehr ablecken, ne? *mahnendguck Aber auch die Überreste von Mäusen, Ratten und Co., die z. B. oben am Trinkrand von Getränkedosen haften, wenn sie in von Nagern bewohnten Räumlichkeiten gelagert werden oder das Ausfegen dieser Räume könnte ein Risiko darstellen. Was das bedeutet wisst ihr, oder? Nicht mehr machen. Die Dosen könnt ihr entsprechend abwaschen und die Räume feucht reinigen und einen Mundschutz tragen.

Oder ihr könnt mich beauftragen. Ich habe mal ein Werbeplakat für unser seit Millionen von Jahren bestehendes Business erstellt:

„Ianto Schädlingsbekämpfung“ – erstellt mit OpenAI DALL·E auf Basis eines Originalfotos von Kater Ianto. – Millionen Jahre Instinkt. Eine Minute KI-Bearbeitung.

Es gibt verschiedene Varianten, die unterschiedliche Effekte auf den Körper haben können, also entweder bevorzugt auf Nieren, Herz oder Lunge und eine von den Varianten zieht aktuell in den News große Kreise. Das ist die „Andes“-Variante (ANDV), die vor allem in Chile und Argentinien vorkommt, weil es das bislang einzige Hantavirus mit dokumentierter Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist, wobei der Großteil nach wie vor durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere erfolgt. Auch wenn das „Bekommen“ jetzt eher selten ist, ist der Verlauf nicht zu verachten.

Merken tut ihr typischerweise was zwischen 1 und 8 Wochen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Mensch-zu-Mensch Übertragung eher in der frühen Krankheitsphase bei engem, längerem Kontakt stattfindet. (Also Bauchikraulen, knutschiknutschi und knuscheln) Beginnen tut das Drama dann mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, Myalgien und Pupsikacka (gastrointestinale Beschwerden) und kann innerhalb weniger Tage in ein sog. Hantavirus-Kardiopulmonalsyndrom (HCPS) mit schwerem Lungenödem und Lungenversagen übergehen, wobei die Sterblichkeit laut UKHSA häufig zwischen 35 und 50 % liegt. [02] Trotz nachgewiesener Clusterbildungen gilt ANDV nach aktuellem Kenntnisstand nicht als leicht übertragbar im Sinne klassischer respiratorischer Erreger, weswegen das voll doof ist, wenn ihrs habt, aber das bekommen jetzt eher sehr selten ist.

All das ist natürlich derzeit in Untersuchung, weil speziell auf dem Schiff vermutlich nicht alle zusammen geknuschelt haben, aber Viren verändern sich und deswegen ist es wichtig, da mal seinen Blick drauf zu lenken, aber die nächste Aida-Reise müsst ihr deswegen sehr wahrscheinlich nicht absagen, auch wenn das jetzt eine schlechte Aussage für mein neues Business ist.

Also non est tam ferum,

euer Ianto


Wer hat hier geschrieben?
Ianto wurde im Oktober 2024 geboren und kam mit 12 Wochen zusammen mit seinem Bruder Lino in den Haushalt einer katzenverrückten Alten, die den felligen Bewohnern eine Stimme gibt. Neben gewissen Forschungsstipendien (An welcher Stelle mit meiner Pfote quiekt Tante Hermine am lautesten?) hat er ein Faible für eine ganz bestimmte Snacksorte. Er kann diese am Aussehen der Tüte eindeutig von anderen unterscheiden und trägt diese reglmäßig in sein Versteck, wo er die Tüten dann genüßlich seziert. Ornithologische Beobachtungen und das Erschmecken von Unterschieden bei kleinen Fliegeviechern gehören ebenso zu den Langzeitstudien. Zu der Verwendung von Wörtern wie „Pupsikacka“ wurde er von der katzenverrückten Alten gezwungen, die das Licht eher an der Fahrradkette hat, nicht am Fahrrad selbst.

Quellenangaben:

  1. Serologic studies of domestic cats for potential human pathogenic virus infections from wild rodents | Nowotny N. | 1996 | PMID 9409901.[]
  2. Andes hantavirus: epidemiology, outbreaks and guidance. The epidemiology, symptoms, diagnosis and management of Andes hantavirus infection. | UK Health Security Agency | Published 10 May 2021[]

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