Posted on Feb 17, 2014 | 2 Kommentare

Da gab es ja mal den Pferdeflüsterer und seitdem gibt es alle möglichen Flüsterer. Wir haben nur immer das Problem, dass wir die meist gar nicht verstehen, wenn die flüstern. “Häh? Was hast Du gesagt? Rede anständig mit mir!” Sollen die doch mal deutlich und klar aussprechen was die meinen, dann hören wir auch!

Umso besser finden wir das Buch von der Birga. Die will nämlich gar nicht rumflüstern, sondern klare Ansagen machen. Aber nicht uns Katzen gegenüber, sondern unseren Menschen gegenüber. Uns zwinkert die dagegen zu. Mit beiden Augen. Die versteht uns!

Wie wir darauf kommen? Wir haben uns eingehender mit dem Buch “Von Samtpfoten und Kratzbürsten” beschäftigt.

Geschrieben hat das die Birga Dexel, die uns ja aus dem Fernsehen von der Sendung “Katzenjammer” bekannt ist und die in Berlin eine eigene Katzenseelenklempnerpraxis hat. Das Buch ist im Kosmos-Verlag erschienen und hat neben dem wunderschönen Einband (findet Frauchen) folgende Eckdaten:

Birga Dexel
Von Samtpfoten und Kratzbürsten – Meine Fälle aus der Katzenpraxis
224 Seiten
Efalin-Band mit Schutzumschlag
222 x 142 mm (LxB)
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-440-13948-6
Art.-Nr.: 13948
D: 16,99 €/ ebook 12,99 €

Und so sieht das aus:

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Beim Fotoshooting gab es dann gleich ein Highlight zur kätzischen Kommunikation. Die Mama hatte nämlich Leckerchen im Buch versteckt, damit wir da auch so begeistert neben sitzen, und als ich meine Nase gerade in dem Buch vergraben habe haut der Linus mich einfach. Der gönnt mit die Butter auf dem Brot äh die Leckerchen im Buch nicht! Habe dann natürlich zurückgehauen:

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Wir vermelden: Titel erfüllt.

Weiter im Buch.

Am Anfang erzählt die Birga ein bisschen über sich und wie die dazu gekommen ist zu erkennen was uns Katzen fehlt. Und die ist voll die coole Socke. Voll die Agentin. “CSI Birga” – die hat nämlich 7 Jahre in Kirgisistan Schneeleoparden gerettet und damit hatte sie bei Frauchen schon voll den Stein im Brett. Schneeleoparden sind ja auch deren liebste ‘Wilde’.

Dass sie den Weg über die Tierkommunikation gefunden hat, hat uns wiederum nicht so begeistert, zu präsent waren die sektenartigen Botschaften, die in einem (nur aus Recherchezwecken angeguckten) Webinar über Tieressenzen gemacht wurden über Elohim und so, dass sogar Frauchen das Brötchen, das sie gerade im Mund hatte vor Lachen gegen den Bildschirm gespuckt hat. Aber Elohim und Co. kommen da gar nicht drin vor. Die Birga hat einfach nur einen Weg gefunden an die Schnittstelle “Mensch-Katze” anzudocken und uns zu verstehen. Und da ist das dann ok.

Frauchen hat sich dann erstmal Bücher von der Penelope Smith beschafft, bei der die Birga gelernt hat. Uns hatte ja damals schon neugierig gemacht, was Anitra Frazier in “The Natural Cat” geschrieben hatte, nämlich dass Katzen in der Lage sein sollen Bilder an die man denkt aufgreifen zu können. Da wollten wir uns auch nochmal näher mit beschäftigen und das der Mama beibringen und vielleicht werden wir ja bei der Penelope fündig.

Fündig wird man auf jeden Fall auch im Buch – egal was man sucht. Die Birga erklärt erst immer wichtige Grundlagen. Wie man Mobbing bei Katzen erkennt, dass dann beide Katzen leiden, dass eine Bestrafung bei Katzen (und allen anderen Tieren) falsch ist. Wie Klickertraining funktioniert. Und dann erzählt sie jeweils ein Fallbeispiel aus ihrer Praxis. Insgesamt 19 verschiedene Fälle kommen vor. Vom Mobbing über den Danebenpinkler, über den Markierer, über die Ninjakatze, die alles angreift was sich ihr in den Weg stellt.

“In diesem Buch möchte ich Ihnen zeigen, was Menschen ihren Katzen, die ihre Gefährten sein sollten, manchmal ohne böse Absichten zumuten oder verweigern”           (Birga Dexel)

Besonders gut gefallen hat uns auch, dass die Birga die artgerechte Ernährung unterstützt. Sie schreckt dabei auch nicht vor der Rohfütterung zurück und das finden wir prima.

Wir haben das Buch mehrfach gelesen, weil die Informationen so bemerkenswert umfangreich und breit gefächert sind. Trockenfutter, Bürsten, Kohlenhydrate, Angstbeißer, Leinengang, Stress, Toilette, Transportbox – all das sind Themen in diesem Buch, und noch vieles mehr. Nach dem ersten Lesen hatten wir den Eindruck “OK! Und was würden wir jetzt tun, wenn das bei uns so wäre?” Das finden wir in der Tat schwierig das Buch auf seine eigene Situation zu beziehen und in dem Buch eine Lösung zu finden. Auch nach mehrmaligem Lesen.

Zu individuell sind Katzenpersönlichkeiten, zu individuell sind die Lebenssituationen. Wenn das nicht gerade exakt mit einem der Fälle übereinstimmt, dann muss man Hilfe von CSI Birga annehmen. Aber genau das ist auch eine sehr wichtige Botschaft. Nicht alle Katzengruppen konnten in ihrer Zusammensetzung so bleiben wie sie waren. In einigen Fällen ist es besser ein neues Heim zu finden. Viele Leute haben aber viel Arbeit investiert und aus einer nahezu ausweglosen Situation eine angenehme für alle Beteiligten geschaffen. Oftmals ist das Auffinden der Ursache Detektivarbeit. Es gibt gewisse Grenzen und in allen 19 Fällen hätte das Katzenleid ohne Hilfe von aussen noch angedauert.

“Es ist ausserordentlich wichtig zu verstehen, dass Katzen sich weder rächen, noch provozieren noch ihren Haltern aktiv schaden wollen. Verhaltensauffälligkeiten entstehen als Konsequenz von bestehenden Missständen, falschem Umgang mit dem Tier oder aufgrund von körperlichen Ursachen.”                (Birga Dexel)

Unser Fazit: Ein sehr wichtiges Buch für jeden Katzenhalter, für Mehrkatzenhaushalte unserer Meinung nach unerlässlich. Vielleicht existieren ja Spannungen, die man gar nicht als solche erkennt? Darüberhinaus eine angenehme Lektüre, die viel quasi alles über die Kommunikation Katze-Mensch verrät.